Software-Ergonomie in mittelständischen Unternehmen

- eine Ausstellerbefragung auf der CeBIT '96 -

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Ein Empirisches Projekt von:
    Ilka Fischer, Marian Gunkel, Jörn Hurtienne, Gert Pomrehn, Andrea Schnitt, Birte Weinheimer

    Betreuer: Jens Hüttner


    Abstract:
    Die Überführung von Software-Ergonomie-Wissen aus der Welt der Wissenschaft in die Praxis wird immer wieder beklagt. Die Verbesserung der ergonomischen Qualität von Produkten auf dem Softwaremarkt wird vorrangig an den Produkten großer Unternehmen gemessen.

    Auf der CeBIT`96 wurden im "Software-Zentrum Mittelstand" (Halle 5) mit 49 von 250 Ausstellern Interviews durchgeführt. Die Hersteller beantworteten Fragen zu ihren Produkten, zu firmeninternen Standards, zum Kontakt Entwickler-Kunde und zur Benutzungsfreundlichkeit ihrer Entwicklungen. Dabei konnte ein breites Spektrum an Lösungen für verschiedene Branchen einbezogen werden (z.B. 25 Produkte für den Dienstleistungsbereich, 18 für die Produktion). Die Unternehmen entwickeln vorrangig Produkte für DOS und Windows-Systeme, 67% der Produkte sind eigenständige Entwicklungen. Fast 90% der Befragten liefern mit der Software auch Handbücher aus, ein Viertel von diesen hat einen Umfang von mehr als 600 Seiten. 88% bieten spezielle Schulungen für ihre Produkte an, mit einer Dauer zwischen einem Tag und einem Monat. Drei Viertel der Befragten konnten auf ein Hilfesystem für die Software verweisen. Usability-tests werden in 38 Unternehmen durchgeführt, allerdings waren einem Viertel der Befragten die Ergebnisse der Tests nicht bekannt (auf der Messe!). Alle Unternehmen gaben an, Kontakt zu ihren Kunden zu haben, 39 % haben diesen Kontakt "sehr selten".

    Mit der Befragung konnte festgestellt werden, daß das Themenfeld Benutzungsfreundlichkeit in den Software-Häusern durchaus bekannt ist. Die Unternehmen sind bestrebt, auf ergonomische Aspekte ihrer Software zu achten. Dies wird von den Entwicklern allerdings "so nebenbei" miterledigt. Wie weit das positive Bild der Selbstauskünfte auch objektiven Kriterien standhalten würde, muß offen bleiben.


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http://amor.rz.hu-berlin.de/~h0444juz/psycho/softergo.htm
Marian Gunkel, 24.2.99